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Online-Coach Diabetes
Diabetesbehandlung mit Insulin

Insulin spritzen - so machen Sie es richtig

Sich selbst Insulin zu spritzen, ist gar nicht schwer. Alles, was Sie dazu wissen müssen, lernen Sie in einer Schulung. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich Fehler einschleichen, die Ihre Blutzuckerwerte beeinflussen. Deshalb achten Sie am besten auf Folgendes:

  • Wählen Sie mithilfe des Dosierknopfs des Pens die erforderliche Insulinmenge und beginnen Sie erst dann mit der Injektion.

  • Nehmen Sie eine Hautfalte in die Hand, heben Sie sie an und stechen Sie mit der anderen Hand die Nadel des Pens senkrecht in die Hautfalte, bis die Nadel nicht mehr zu sehen ist. Mit dieser Technik spüren Sie den Einstich so gut wie gar nicht und stellen sicher, dass Sie mit der Nadel ins Unterhautfettgewebe und nicht in die Muskulatur stechen.

  • Drücken Sie nach dem Einstich den Knopf des Pens langsam bis zum Anschlag durch. Anschließend warten Sie zehn Sekunden, bevor Sie die Nadel wieder herausziehen. So können Sie sicher sein, dass auch wirklich die erforderliche Insulinmenge ins Unterhautfettgewebe gelangt.

  • Wechseln Sie die Injektionsstelle bei jeder Injektion. Denn so beugen Sie Spritzhügeln vor. Solche Gewebeverhärtungen behindern auch die Aufnahme von Insulin. Die Injektionsstellen sollten daher regelmäßig in der Arztpraxis kontrolliert werden. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, nach welchem Schema Sie die Injektionsstellen täglich wechseln.

  • Benutzen Sie möglichst für jede Injektion eine neue Nadel oder wechseln Sie die Nadel mindestens einmal täglich. So schonen Sie Ihre Haut und beugen ebenfalls Spritzhügeln vor.

  • Kontrollieren Sie täglich, ob Ihr Pen richtig funktioniert. Dazu halten Sie den Pen mit der Nadel nach oben und klopfen ein paarmal mit den Fingern dagegen, sodass Luftblasen entweichen können. Stellen Sie am Dosierknopf zwei Einheiten Insulin ein und drücken Sie anschließend auf den Knopf. Gibt der Pen dabei einen Tropfen Flüssigkeit ab, funktioniert er einwandfrei.

  • Lagern Sie Ihre Insulinvorräte immer im Kühlschrank. Kurz vor der Anwendung nehmen Sie die Patrone mit dem Insulin heraus, damit das Insulin bei der Injektion nicht mehr so kalt ist.

Nach welchem System Sie sich am besten Insulin spritzen, zeigt Ihnen ein Spritzschema, das gleichzeitig dabei hilft, Komplikationen zu vermeiden. Die folgende Grafik verdeutlicht, wie ein solches Spritzschema aussehen kann.

Für das Spritzen von Insulin sind Körperstellen mit viel Fettgewebe besonders gut geeignet, beispielsweise der Bauch oder die Oberschenkel. Wenn Sie sich für den Bauch entscheiden, stellen Sie sich einen Kreis rund um den Bauchnabel vor. Beginnen Sie mit den Injektionen an einem Punkt rechts neben dem Bauchnabel und setzen Sie den Pen beim nächsten Mal spiegelverkehrt auf der linken Seite des Bauchnabels an. Beim dritten Mal wählen Sie die Spritzstelle links etwas unterhalb des Bauchnabels und wechseln dann wieder auf die rechte Seite. Arbeiten Sie sich auf diese Weise im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum und achten Sie darauf, dass Sie stets mindestens zwei Zentimeter Platz zwischen zwei Spritzstellen lassen. Diesen Vorgang wiederholen Sie immer wieder.

Wenn Ihnen Injektionen in den Oberschenkel lieber sind, stellen Sie sich auch hier einen Kreis vor, der zwischen Knien und Rumpf verläuft. Setzen Sie den ersten Pen mit der Morgeninjektion relativ weit oben am rechten Oberschenkel an. Beim nächsten Mal nehmen Sie dieselbe Stelle, nur am linken Oberschenkel. Die dritte Injektion spritzen Sie in den unteren Bereich des linken Oberschenkels, die vierte in den rechten. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Spritzen nicht zu nah am Knie setzen, halten Sie immer eine Handbreit Abstand.

Diese Spritzschemata an Bauch und Oberschenkeln können Sie auch miteinander kombinieren. Sinnvoll ist das aber nur, wenn sie sowohl ein Basal-, als auch ein schnell wirksames Insulin spritzen. In diesem Fall injizieren Sie das Basal-Insulin am besten in den Oberschenkel, das schnell wirksame in den Bauch. Fragen Sie auch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, welches Spritzschema er bzw. sie Ihnen empfiehlt.